Die Angst aus heiterem Himmel - Panikattacken

Menschen haben Angst, das ist völlig normal. Angst ist ein wichtiges Gefühl, dass uns vor Schaden beschützen soll und unseren Körper auf Höchstleistung trimmt. Genauer gesagt wird der Körper auf Fliehen oder Kämpfen getrimmt. Sprich schnelle Reaktionen und weniger denken. Diese "Denkblockade", welche dabei entsteht, ist so stark, dass es einen Kampfsportler ungefähr 2 Jahre dauert (bei gutem Training), bis diese nahezu nicht mehr vorhanden ist und dieser auch abseits einer künstlichen Situation agieren kann. Auch gut bekannt ist das Lampenfieber, bei dem das Denken auch von den Botenstoffen der Angst blockiert wird. Bei Betroffenen von Panikattacken hingegen steigert sich die Angst in Panik und lässt verschiedenste Symptome auftreten. Diese Symptome verschwinden in der Regel nach spätestens nach 30 Minuten, denn der Körper kann diesen Ausnahmezustand nur für 30 Minuten aufrechterhalten. Liegt keine schwere grundlegende Erkrankung zugrunde, sind Panikattacken für den Körper harmlos.

Das ändert nichts daran, dass für die Betroffenen Panikattacken sehr unangenehm sind. Zum Glück gibt es ein paar gut anzuwendende Hilfsmittel gegen diesen Ausnahmezustand.

Psychische und körperliche Symptome

Die häufigsten Symptome einer Panikattacke sind: Herzrasen, Atemnot, Schwindel, weiche Knie, das Gefühl zu ersticken. Damit ist leider aber noch nicht Schluss, so kann auch ein trockener Mund, Übelkeit und Taubheit sowie Kribbelgefühle in Armen und Beinen auftreten. In der ausgeprägtesten Form spüren Betroffene die Angst zu sterben, die Kontrolle zu verlieren, wahnsinnig zu werden. Die vertraute Umwelt wird plötzlich fremd und es kann vorkommen, dass die eigene Person als fremd empfunden wird. Nicht immer müssen alle Symptome auftreten, aber bei dieser Liste merkt man schnell, dass schon ein paar davon ausreichen, um sehr unangenehm zu sein. Bei Panikattacken wird unterschieden zwischen einem konkreten Anlass zur Angst und einem nicht konkretem Auslöser. So weiß ein Betroffener, der unter Flugangst leidet, am Flughafen sehr wahrscheinlich, wovor er Angst hat, wenn er einen Flug antritt. Sitze ich hingegen vor dem Fernseher auf dem Sofa und die Panikattacke kommt aus heiterem Himmel, so weiß ich nicht unbedingt, warum diese gerade entsteht. Gibt es für die Angstzustände keine Erklärung, sprich Flugangst oder ein Auslöser in Form einer PTSD, so spricht man von einer generalisierten Angststörung.

Faktoren die Panikattacken begünstigen

Substanzen wie Koffein und Nikotin, können Panikattacken begünstigen. Grund dafür ist, dass diese in den Stoffwechsel des Menschen eingreifen. Nikotin ist ein Nervengift und Koffein erhöht den Herzschlag. Eine ungesunde Lebensweise, auch begünstigt durch Beruf: Stress, Schichtzeiten, Arbeitszeiten und unregelmäßige Mahlzeiten, sind nicht unwesentliche Faktoren. Nicht immer können wir uns dem ganz entziehen, aber wir haben einen Einfluss darauf. Regelmäßige Schlafenszeiten, gesunde regelmäßige Mahlzeiten helfen, ohne dabei den Anspruch zu haben, ein Allheilmittel zu sein. Es sind, wie bei vielen Krankheiten, kleine Dinge, die Einfluss nehmen können. Es scheint auch, dass ängstliche Kinder, eine erhöhte Chance haben, im Erwachsenenalter Panikattacken zu erleiden, gerade wenn dies durch eine Depression begünstigt wird. Wie du liest, gibt es sehr viele Faktoren, die Panikattacken beeinflussen können. So ist es nicht verwunderlich, dass Panikattacken häufiger sind, als vielleicht zunächst angenommen werden könnte.

Was hilft gegen Panikattacken?

  1. Atemübungen machen, denn bei Panik atmet der Mensch viel flacher und schneller. Da kannst du mit Atemübungen aktiv gegen steuern. Die bekannteste Atemübung ist die 4-6-8 Technik. Dazu atmest du 4 Sekunden ein, hältst 6 Sekunden die Luft an und atmest dann 8 Sekunden aus.
  2. Rede dir gut zu, gedanklich, oder wenn möglich laut. "Es ist okay, eine Panikattacke zu haben. Es ist nichts Schlimmes.". Jeder Mensch kann Panik haben, es ist absolut nichts Unnormales. "Ich schaffe das!".
  3. Falls du bereits einen Skills-Koffer hast, ist es an der Zeit diesen anzuwenden. Nutze reize, um dich bewusst aus der Situation zu bringen. Besondere Musik oder ein angenehmer Duft. Schmerzreize können auch helfen, dabei ist es wichtig, dass diese Reize nicht zu Verletzungen führen. Scharfes essen oder ein Kühlkissen aus dem Eisfach können helfen, genauso wie ein Gummiband ums Handgelenk.
  4. Ablenkung wirkt auch wahre Wunder. So kannst du zum Beispiel, die auch bei Grübelschleife wirksame 5-4-3-2-1 Technik Anwenden. Dabei zählst du erst 5 Dinge die hörst, dann 5 dinge die du siehst, 5 dinge die du spürst auf. Nach jedem Durchlauf werden es weniger Dinge bis zum Schluss nur noch eines aufgezählt wird.
    Das wiederholst du bei Bedarf so oft wie du magst.

Symptome abklären

Es ist wichtig, dass du die Symptome, die du hast abklären lässt. Bei der breiten Palette an Symptomen, die zu einer Panikattacke gehören können, sind auch welche dabei, die auch auf andere Krankheiten passen. Es ist daher sehr ratsam, dass du diese Symptome deinem Arzt schilderst. Solltest du noch nicht in Behandlung sein, kann dich dein Hausarzt auch weiter überweisen.

Über den Autor

Ich bin seit nun mehr 17 Jahren begeistert von Serversysteme, Design und schon mein ganzes Leben von Technik. Bei Technik ist nicht nur die digitale Variante gemeint, sondern auch die analoge. An Webseiten bastel ich seit ich 14 bin. Neben der ganzen Technik genieße ich aber auch etwas sehr Analoges: mein Akkordeon und Aquarell. Natürlich begeistert mich die Technik dahinter auch, aber es steht das Genießen im Vordergrund.


Ich leide unter einer rezidivierenden depressiven Störung und Dysthymia. Das habe ich erfahren, nachdem ich darunter 20 Jahre gelitten habe, ohne es zu merken. Na ja, als Betroffener verstehst du bestimmt wie ich das meine, denn etwas Unbekanntes war da. Es war immer etwas da, etwas, was mich nicht schlafen ließ, mich unruhig machte. Es badete mich abwechselnd in Wut, Angst und Verzweiflung. Bis zu meinem Zusammenbruch. Es öffnete sich für mich die Tür der Therapie. Ich habe viel über mich gelernt. Daraus und den tollen Erfahrungen in der Therapie, Tagesklinik und Reha, habe ich den Wunsch entwickelt zu helfen.


Ich bin kein Therapeut, also wie kann ich helfen? Ich möchte Betroffene verbinden, denn in vielen Gesprächen habe ich erfahren, dass es an vielen Stellen Ähnlichkeiten gibt. "Das wird schon wieder" "Ist nur eine Phase" "Es liegt am Stress" "Ich bin allein" "Wer hilft mir, wenn ich aus der Reha/Tagesklinik bin?"

Mir ist es ein persönliches Anliegen uns Betroffene, Angehörige von Betroffenen, Experten zu vernetzen. Sicher und so offen oder anonym wie es jeder für sich entscheidet. Fern ab von den Datenkraken und der Wirtschaft.

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