Berufsunfähigkeit

  • Gesetzliche Definition: Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kann.

    In der gesetzlichen Definition kann schon erkannt werden, dass es sich hierbei um eine voraussichtliche dauerhafte Einschränkung handelt. Interessant wird es mit der Frage, ob eine vergleichbare Tätigkeit sozial zumutbar wäre. Hier gibt es ein Urteil vom Bundessozialgericht (29.07.04 Az. B4RA5/04R), welches ein Stufensystem festgelegt hat.

    1 Das Stufensystem des BSG

    1. Stufe umfasst ungelernte Berufe.
    2. Stufe muss eine berufliche Ausbildung bis zu zwei Jahren absolviert haben.
    3. Stufe ist erreicht, wenn die Ausbildung länger als zwei Jahre dauert.
    4. Stufe sind zusätzliche Qualifikationen oder Erfahrungen, wie etwa der Besuch einer Fachschule.
    5. Stufe fast Berufe zusammen, für die ein Fachhochschulabschluss oder eine gleichwertige Ausbildung nötig ist.
    6. Stufe setzt voraus, dass der Arbeitnehmer ein Hochschulstudium erfolgreich abgeschlossen oder eine vergleichbare Qualifikation erworben hat.

    Was ist also sozial verträglich? Ein Job in einer gleichen oder höheren Stufe gilt als sozial verträglich. Kann ein solcher Beruf ausgeübt werden, liegt keine Berufsunfähigkeit vor.

    2 Wie wird die Berufsunfähigkeit festgestellt?

    Die Berufsunfähigkeit wird genau wie die Arbeitsunfähigkeit festgestellt, durch ein ärztliches Gutachten. Für den Grad der Invalidität wird ein Vergleich mit der Arbeitsleistung bei vollkommener Gesundheit zurate gezogen. Ein sperriger Satz, den ich vereinfachen möchte: Kann ich nur noch 3 Stunden statt 8 Stunden arbeiten, liegt eine Berufsunfähigkeit von über 50 % vor.

    Bitte beachten: In der Realität fällt eine Prüfung weitaus komplexer aus, als meine vereinfachte Darstellung.